Die sarchhalde

Die Sarchhalde muss grün bleiben

Das Käsenbachtal ist ein ursprüngliches Bachtal inmitten von Tübingen. Die landschaftliche Vielfalt einer alten bäuerlichen Kulturlandschaft mit Wald und Bachklingen auf kleinem Raum machen den besonderen Wert und die Bedeutung des Käsenbachtals aus. Diese Struktur birgt eine große Artenvielfalt auf Grund unterschiedlichster Lebensräume. Das ist unbestritten eine Besonderheit für Tübingen, die Bewahrung und Wertschätzung erfahren muss.

 

Dieses innerstädtische Biotop stellt gesundheitsfördernde Ressourcen für die Tübinger Bürger bereit. Frische Luft und Abkühlung für das Stadtgebiet, eine fußläufig und ebenerdig erreichbare schattige Naherholungsmöglichkeit, Raum für Bewegung und Entspannung für alte und junge Menschen. Die Schönheit der Landschaft trägt zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden bei.

 

Im Zeitalter von Klimawandel, Artensterben und fortschreitender nicht reversibler Flächenversiegelung dürfen Wirtschaftlichkeit und Fortschritt nicht alleinige Kriterien für Entwicklung sein, insbesondere dann nicht, wenn sie zu Lasten lebenserhaltender und Gesundheit fördernder Ressourcen gehen.

 

Auf Grund seiner Struktur als Nordhang wird die Beeinträchtigungsintensität bei Bebauung der Sarchhalde nur als mittel und als ausgleichbar eingestuft. Als Teilabschnitt eines Gesamtensembles darf dessen ökologischer Wert aber nicht ohne den Gesamtzusammenhang beurteilt werden.

 

Die Bebauung einer Talseite des Käsenbachtals, der Sarchhalde hat erhebliche Konsequenzen für den gesamten Talraum. Die Funktionen, der Wert und die Biodiversität des gesamten Naturraumes werden zerstört.

Die Petition an den Landtag

Das Ziel der BI Käsenbachtal ist es, die geplante Bebauung der Sarchhalde mit UKT-Gebäuden zu verhindern.

 

In einer Petition an den Landtag BW im September 2017 mit späteren Ergänzungen hat die BI Käsenbachtal u. a. ausgeführt, das an der Südkante des Klinikums im Bereich Rosenauer Weg-Grafenhalde auf klinikeigenem bereits bebautem Gelände genügend Platz für Neubauten vorhanden ist und daher die Bebauung der Oberen Sarchhalde nicht nötig ist. Die Petition der BI Käsenbachtal enthält die Forderung, die Landesregierung BW als Träger des UKT möge abwenden, dass die Obere Sarchhalde bebaut wird.

 

Der Petitionsausschuss des Landtags BW hat daraufhin in Tübingen in Juni 2018 eine Vor-Ort-Begehung der Sarchhalde und eine Anhörung mit den beteiligten Behördenvertretern, Ministerien, VBA, Stadt Tübingen, UKT und den Petenten veranstaltet.

 

Der Gemeinderat Tübingen hat dann im Mai 2019 eine Änderung des Rahmenplans zur Erweiterung und Umbau des Klinikums beschlossen. Es ist jetzt u. a. vorgesehen, die Bebauung im Kernbereich des Klinikums zu optimeren und die Südkante des Klinikums, den Hang der Grafenhalde sowie den Bereich am Rosenauer Weg für Neubauten zu nutzen, so wie es schon in der Petition der BI Käsenbachtal angeregt wurde.

 

Zwischen Stadt, Klinikum und Land besteht jetzt offenbar Einigkeit, dass vor der Aufstellung eines Bebauungsplans für die Sarchhalde erst die Möglichkeiten im Kernbereich ausgeschöpft sein müssen.

 

Vom Petitionsausschuss des Landtags von BW wurde der Bürgerinitiative Käsenbachtal im Juli 2019 mitgeteilt: "... dadurch, dass sich der Oberbürgermeister (Palmer) zwischenzeitlich in Absprache mit dem UKT, dem Landesamt für Vermögen und Bau (VBA) sowie  dem Gemeinderat darauf verständigt hat, die Sarchhalde auf lange Zeit (unter Umständen auch dauerhaft) unbebaut zu lassen, haben sich die Petitionen aus Sicht des Berichterstatters zunächst erledigt. Mit dem Grundsatz "Innenverdichtung vor Außenentwicklung" sind die Beteiligten den Petenten weit entgegengekommen. Den Petitionen konnte somit abgeholfen werden. Sollte eine Bebauung der Sarchhalde in Zukunft doch noch nötig werden bzw. vorgesehen sein, bleibt es den Petenten unbenommen, sich ggf. erneut an den Petitionsausschuss zu wenden." 

 

Die Bürgerinitiative Käsenbachtal hat somit erreicht, dass die Obere Sarchhalde zunächst nicht bebaut wird. Mitglieder der Bürgerinitiative Käsenbachtal sind als Arbeitsgruppe "Klinikum und Stadtökosysteme" im Koordinierungskreis des aktuellen Bürgerprojekts "Zukunft Tübingen neu denken - anders handeln" vertreten.

 

Durch die fortlaufenden Aktivitäten soll sichergestellt werden, dass wertvolle innerstädtische Naturräume, wie die Sarchhalde im Käsenbachtal auch in Zukunft als Ökosystem unbebaut erhalten bleiben.

Die Termine der Arbeitsgruppen und des Koordinierungskreises des Bürgerprokekts sind hier zu finden.

Schon jetzt wird ein Teil des Käsenbachtals durch den Campus Morgenstelle 2 zubetoniert – ist dies der Beginn der Zerstörung des Tales?


Landschaft

Das Käsenbachtal hat eine elementare Funktion als
• innerstädtisches Naherholungsgebiet
• Teil des grünen Landschaftsraums der Stadt
• eine wertvolle Kulturlandschaft mitten in der Stadt
• Teilstück des Hauptwanderwegs 3 des Schwäbischen Albvereins und des Jakobswegs


kLIMA UND LUFT

Das Käsenbachtal mit seinen grünen Hängen spielt eine zentrale Rolle für Tübingens Stadtklima. Durch Baukörper und Versiegelung würden Kalt- und Frischluftentstehungsflächen verloren gehen.


Tier- und  Pflanzenwelt

Das Käsenbachtal ist Lebensraum für viele, teilweise geschützte beziehungsweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
Es beherbergt
•  mehr als 50 Vogelarten
•  viele Insektenarten wie Hirschkäfer und über 100 Schmetterlingsarten, davon stehen einige Arten auf der Roten Liste
•  9 streng geschützte Fledermausarten (Detektorhinweise)
•  Schlingnattern und Feuersalamander
•  Hirschkäfer
•  dazu seltene und gefährdete Pflanzenarten wie die Arzneischlüsselblume oder die Büschelglockenblume
Angaben aus dem Gutachten 2014 der Gruppe für ökologische Gutachten Detzel und Matthäus  ergänzt durch Untersuchungen der BI Käsenbachtal



Bedrohtes Idyll mitten in Tübingen

Die Fotojournalistin Yvonne Berardi aus Tübingen hat ein poetisches Fotoportrait der Sarchhalde erstellt.